BRCTrainerTrainingVorbereitungBRC Berglauftraining auf den Hochblauen

25. Juni 2019

Zusammen mit Gudrun organisierte ich das Spezialtraining zum Hochblauen. Hier mein Bericht:

Von der ewigen Ruhe zum Gipfel des Hochblauen

Beim ersten geplanten Trainingslauf auf den Hochblauen machte uns vor ein paar Wochen das Wetter noch einen Strich durch die Rechnung, zu unbeständig und die Gefahr von Gewittern erforderten eine Verlegung.

Gestern passte es nun, heisse 36 Grad in Basel, ein guter Grund um die aufgeheizte Stadt für ein Sondertraining zu verlassen. Am Startort Badenweiler war es zwar mit 32 Grad nur unmerklich kühler, aber mit jedem absolviertem Höhenmeter wurde es angenehmer.

Badenweiler wurde von den Römern bereits als Therme gegründet, heute ist es ein Kurort, indem man das Gefühl hat, schon nur durch Reden zu stören. Irgendwie fühlt es sich zu relaxed und gebadet an, die anwesenden Kurgäste im fortgeschrittenen Alter unterstützen die „Ewige-Ruhe-Stimmung“ noch. Also zusätzliche Motivation um loszulaufen.

Bei der Anfahrt konnte man unser Zwischenziel des heutigen Trainings bereits gut sehen: Der Gipfel des Hochblauen, dem Hausberg des Marktgräfler Lands. Immerhin 1164 Meter hoch und durch seine exponierte Lage mit fantastischem Ausblick bis hin zu den Alpen, sofern es das Wetter zulässt.

Bei dem heissen sonnigen Sommerwetter bietet die Strecke zum Gipfel einen entscheidenden Vorteil, sie verläuft nämlich fast ausschliesslich im schattigen Wald. Die Ausblicke sind dadurch zwar nur sehr selten vorhanden, man wird aber auch nicht allzu sehr vom steinigen Pfad abgelenkt. Und der richtige Rundumblick wartet ja schliesslich am Gipfel.

Auf den 8 Kilometern bis zum Aussichtsturm auf dem Hochblauen sind satte 750 Höhenmeter zu absolvieren, mit Turm nochmals 14 Meter mehr. Das Besondere am Hochblauenanstieg: Er endet erst auf dem Gipfel, es geht also andauernd bergauf. Immerhin flacht der Anstieg mal etwas, was gegen Ende ganz genehm ist, aber man muss sich sehr gut einteilen und sollte die ersten Kilometer nicht zu schnell angehen.

Technisch sind die Wege eher einfach zu laufen, Trailcracks ist wohl nur ein müdes Gähnen zu entlocken, aber die Steine, die es auf den Pfaden gibt, sind heimtückisch. Vorsicht und Konzentration sind vor allem beim Abstieg vom Gipfel ein unbedingtes Muss. Aber wunderschön sind sie, die Singletrails oberhalb von Badenweiler, vor allem, wenn die Abendsonne zwischen den Bäumen hindurchscheint.

Noch nicht ganz oben angekommen warten zuerst einmal tausende Fliegen auf willkommenen Läuferschweiss. Andauernd brummt es in den Ohren, zum Glück stechen sie nicht. Aber dann erscheint auch schon der Sendeturm, dann der Aussichtsturm auf dem Gipfel. Nochmals 14 Meter Stahltreppen und man ist am höchstmöglichen Punkt angekommen. Die Aussicht ist phänomenal, besonders in der Abendstimmung mit der Sonne über den Vogesen. Und heute stimmt auch die Temperatur, sehr angenehm und überhaupt nicht kalt. Sheila fand, ein Aperol Spriz würde jetzt gut zur Stimmung passen, irgendwie hatte sie Recht, würde passen.


Gudrun hatte sich um die Verpflegung gekümmert, leider dachte sie dabei aber nicht an Aperol Spriz. Mit ihrem Trainerkollegen brachte sie bereits im Vorfeld des Laufes alles auf den Gipfel. Den Trainerkollegen nahm sie aber wieder mit nach unten, zu Fuss und gleichzeitig wurde die Strecke mit Pfeilen markiert. So gab es nach dem langen Anstieg auf dem Berg nicht nur frische und kühle Getränke, sondern auch Obst und kleine Knabbereien.

Dann wurde es aber auch schon wieder Zeit für den Downhill-Lauf. Nicht ganz einfach, denn im Wald wurde es bereits schummrig und gegen Ende annähernd dunkel. Ganz ohne Kratzer blieb es beim bergab nicht, aber ernsthaft verletzt hat sich niemand. Und so ging mit der untergehenden Sonne im sommerlich warmen Badenweiler unser Blauenlauf mit herrlichen Erlebnissen zu Ende. Zum Abschluss gab es noch feines Gebäck von Andrea handwerklich zubereitet, danke! Kurz nach 22 Uhr kehrte dann die gewohnte Ruhe in Badenweiler wieder ein, bis zum nächsten Jahr, wenn die lebhaften BRCler wieder den Gipfel erstürmen und das Städtchen für wenige Minuten zum Leben erwecken. Ich hoffe, wir haben niemanden erschrocken.

Danke an alle Fahrer und Fahrerinnen, ohne euch ist ein solches Sondertraining nicht möglich!

Die Bilder von dem wunderschönen Trainingslauf könnt ihr euch hier anschauen: