ErfolgeMarathonRun to the Beat Basel Marathon

11. September 2011

Beim Marathonlaufen habe ich ja schon viel erlebt, aber als 3-Stunden-Pacemaker Dritter im Gesamtklassement zu werden, das war etwas ganz Neues. Schwülheisses Wetter und ein dünnes Starterfeld sorgten für die Überraschung beim Manor Run to the Beat in Basel.

22 Grad zeigte das Thermometer, als ich in Bottmingen die Kaffeerösterei mit dem Fahrrad passierte. Nichts Ungewöhnliches, eigentlich, aber es war der 11. September und es war kurz vor Sieben am frühen Morgen, die Sonne war noch gar nicht am Himmel. Was sich bereits auf meiner Anfahrt mit dem Rad zum Startgelände andeutete, sollte später Gewissheit werden, es wurde der heisseste Marathon meiner bisherigen Laufkarriere. Zum Marathonlaufen war mir an diesem Morgen nicht nur wegen der Hitze so gar nicht zu Mute, Kopfschmerzen, schwere Beine und eine kurze und schlechte Nacht lag hinter mir. Ich spielte sogar schon mit dem Gedanken, den Start abzusagen, aber als 3-Stunden-Pacemaker gab es keine Alternative, ich musste laufen. Beim kurzen Einlaufen schwitzte ich bereits und die Beine waren noch gar nicht wach, es war nicht mein Morgen. Nach 2 Kilometern hatte ich dann das Tempo von 4:13/min und das Laufen gefiel mir schon besser. Die Gruppe um mich herum bestand aus gut 10-15 Läufern, aber einige atmeten schon jetzt zu heftig. Dani Hug, ein Laufkollege vom LSVB, lief nach Vorne weg und erhöhte das Tempo.

Bei km 15 hatte sich das Feld schon etwas gelichtet und beim Halbmarathon musste auch Gabriel, er hatte den Trainingsplan von mir, schon recht früh das Tempo zurücknehmen, die Hitze schlug nun unbarmherzig zu. Besonders zu spüren bekam man das in der Güterstrasse, wo die Sonne so richtig brannte. Am schlimmsten war dabei die hohe Luftfeuchtigkeit, die einen sofort schwitzen liess.

Andi Schweizer aus Liestal war der Einzige, der bei Kilometer 30 noch bei mir war, ihm hätte ich es mehr als gegönnt, vor mir über die Ziellinie zu laufen. Im Vorjahr war er ein treuer Begleiter von mir, bei km 40 musste er abreissen lassen, das war sehr schade. In diesem Jahr ging es wegen der Hitze früher und so lief ich bereits solo den Müliberg hinauf.

Auf der zweiten Hafenschlaufe überholte ich dann noch einige Läufer, darunter auch Dani Hug, der im Ziel aber sehr guter 6. im Gesamt wurde. Ich versuchte den Läufern das Anhängen zu ermöglichen, aber es konnte keiner mehr folgen. Und so kam es, dass ich als Dritter im Gesamt auf die Mittlere Brücke lief, und dass in einem besseren Zustand, als am Start, zumindest gefühlt besser. Ich genoss dann den Zieleinlauf und hinter dem Zielbogen war dann sehr bald zu spüren, dass die Leute von IMG und auch das OK des Marathons mit dem dritten Platz des Pacemakers nicht so recht zufrieden waren. Meine Zeit hatte ich allerdings perfekt getroffen: 2:59:36!

Statt Freude über meinen Rang bekam ich dann Diskussionen zu hören, ob die Pacemaker überhaupt gewertet werden. OK-Präsident und Freund Adrian sprach ein Machtwort und liess die Pacemaker in der Wertung. Bei der späteren Siegerehrung bekam ich den Unmut diverser organisatorischen Wichtigtuer aber doch noch indirekt zu spüren: Mir wurde kein Geschenk für meinen AK-Platz überreicht. Auf den billigen Sekt und die Blumen konnte ich gut und gerne verzichten, aber die Geste gefiel mir nicht und sie soll auch nicht ohne Konsequenzen bleiben. Eigentlich hatte ich ja vor, beim nächsten Manor run to the Beat wieder mehr mitzuhelfen, derjenige, der die Geste der Siegerehrung zu verantworten hat, hat mein Engagement schon vor Beginn wieder beendet. Und ob ich wieder als Pacemaker laufe, dass überlege ich mir noch.

Am Ende war es ein schöner Marathon mit einem leicht trüben Ausgang.