MarathonFlorenz Marathon 2003

23. November 2003

An Sylvester 2002 nahm ich mir zum Vorsatz, im kommenden Jahr einen Marathon zu laufen. Und so bereitete ich mich ab Januar auf meine ersten 42.195 Kilometer vor. Ausgesucht hatte ich mir den Florenz-Marathon im November, also es war noch gut 11 Monate Zeit für das Training. Im Verlaufe des Jahres eignete ich mir viel durch entsprechende Fachliteratur an, aber vorerst natürlich nur theoretisch, die Praxis kam nach und nach dazu. Was ich von Anfang an richtig machte: Krafttraining, und zwar regelmässig, mindestens 2x die Woche. Das sollte sich auszahlen, denn ich hatte weder Verletzungsprobleme, noch irgendwelche Beschwerden auf meinem Weg zum Marathon.

Halbzeit und alles lief noch gut

Im Frühling machte ich dann einen umfangreichen Check inklusive Laktatstufentest an der Uni-Klinik in Freiburg. Dr. Dickhut erklärte mir, dass ich mit meiner derzeitigen Fähigkeit, den Marathon so um die 3:15 laufen könnte. Und so ging die Zeit und viele einsame Kilometer ins Land und bei einem 10km-Testlauf, den ich auf dem Binninger Plateau durchführte, fand ich heraus, dass ich den Marathon so um die 3 Stunden laufen könnte, vorausgesetzt, mein Training stimmt. Das war für mich damals eine Sensation und sofort hatte ich ein klares Ziel, erster Marathon unter 3 Stunden!
Meinen ersten Wettkampf absolvierte ich schliesslich am Brienzersee, ein Halbmarathon und tatsächlich, mit den erreichten 1:25h konnte ich durchaus an die 3 Stunden heran kommen.

Harter Kampf am Arno

Als ich in Florenz dann am Start stand, es war übrigens perfektes Marathon-Wetter, da hatte ich mein Training gut absolviert und ich war guter Dinge, aber respekt hatte ich natürlich schon, vor dem, was mir bevor stand.
Ich beging dann gleich mal einen Anfängerfehler, der eigentlich schon sehr entscheidend war, ich wollte die erste Hälfte Vorsprung herausholen und das funktionierte: Halbmarathon mit 1:28, 2 Minuten herausgeholt, ich war zufrieden, es lief leicht und locker.

Die letzten Kilometer ging es durch das Zentrum[/caption]Das sollte sich ändern, zwar nicht, wie erwartet bei km 30, da ging es immer noch sehr gut, aber dann beim 35er, da war plötzlich die Kraft sowas von am Ende und nun standen noch lange 7 Kilometer bevor. Aber ich lag ja noch gut in der Zeit, als mich dann aber die 3-Stunden-Gruppe mit Pacemaker überholte, da war mir klar, dass es knapp werden würde. Ich versuchte dranzubleiben, schliesslich hatte ich ja Vorsprung auf die Pacer, war ja deutlich hinter ihnen über die Startlinie gelaufen.

Aber ich konnte das Tempo nicht halten und quälte mich bis km 40, dort rechnete ich aus, dass es doch noch reichen könnte, ich motivierte ich noch einmal und litt bis auf die Zielgerade, wo ich völlig erschöpft zuerst am falschen Bogen anhielt und erst nach Zurufen der Zuschauer zum richtigen weiterlief.
3:00:51! Schade, das war knapp, durch den vorzeitigen Stop verlor ich etwa 8 Sekunden, es hätte also eh nicht gereicht und dann waren es ja noch fast 45 Sekunden, die mir fehlten. Das ist ja dann immer noch Einiges. Ich hätte es wohl geschaftt, wäre ich zu Beginn verhaltender gelaufen. Ersteinmal war ich einerseits glücklich, meinen ersten Marathon geschafft zu haben, andereseits natürlich auch etwas enttäuscht, so knapp die 3 Stunden verpasst zu haben.

Aber in Einem war ich mir ziemlich sicher: Da geht noch was und der nächste Marathon wird unter 3!